BranchenProdukte Kompetenzen Kompetenzen

News

Zurück

Die Herausforderung Kleinserien kosteneffizient zu produzieren am Beispiel Mechatronik für das Lamborghini Aventador Getriebe


01.08.2014

Die Herausforderung, Kleinserien kosteneffizient zu produzieren, stellt die Produktionsplanung immer wieder vor die Notwendigkeit, neue Lösungswege zu finden. Das nachfolgende Beispiel zeigt, wie hofer powertrain products durch flexible Investitionen-Gestaltung und schlanke Produktion diese Herausforderung erfolgreich meistert.

Rahmenbedingungen
168 Einzelteile je Mechatronik, Gewicht: ca. 10 kg, 30 Einheiten pro Woche

Zum einen werden die notwendigen Investitionen flexibel gestalten, damit diese so optimal wie möglich nutzbar und auslastbar sind. Zum anderen müssen die hohen Qualitätsansprüche erfüllt werden. Die schlanke Organisation der Produktion erfolgt im Auftragszentrum in die Montagesteuerung, Bauteiledisposition, Kundenabruf- und Auslieferungsabwicklung integriert sind.

Montage
Für sämtliche Einpressprozesse wird eine manuelle Presse mit Kraft-/Weg-Überwachung verwendet, wobei für die verschiedenen Bauteile unterschiedliche Parameter definiert sind. Die Montage der Einheiten wird durch einen manuell geführten Elektrospindelschrauber mit Positionskontrolle und einer überwachten Werkzeugbox durchgeführt. Somit können alle Einschraubprozesse an einem Schraubarbeitsplatz mit unterschiedlichen Parametern realisiert werden. Die Schraubdaten werden automatisch zu jedem Werkstück abgelegt. Direkt im Anschluss an das Verschrauben erfolgt eine Dichtheitsprüfung. Hier ist die Montageaufnahme gleichzeitig auch die Prüfvorrichtung für die Dichtheitsprüfung. Ein zusätzliches Handling der Bauteile bleibt dadurch erspart.
Generell gilt: das Handling von Bauteilen muss auf ein Minimum reduziert werden. Ebenso muss bei dieser Art der Arbeitsplätze „Poka Yoke“ Anwendung finden, um die manuellen Tätigkeiten bestmöglich abzusichern.
Die Materialbereitstellung erfolgt im direkten Zugriffsbereich der Werker nach dem „Kanban“-Prinzip. Die Chargendokumentation der Einzelteile erfolgt manuell in unserem Dokumentationssystem „ProDocu“.

Funktionsprüfstände
Für die Produktion dieser Mechatronik sind drei Arten von Funktionsprüfständen erforderlich:
1) Funktionsprüfstand für Ventile (Druckbegrenzung, Druckregel, Gangsteller, Kupplung);
2) Funktionsprüfstand für Öl-Versorgungseinheit;
3) Funktionsprüfstand für die Gesamtmechatronik.
Die Prüfstände sind mit einem gemeinsamen Hydraulik-Aggregat versorgt – das bringt weitere Vorteile in Bezug auf Kosten und Zeitaufwand. Der Funktionsprüfstand für die Ventile wurde so gestaltet, dass die verschiedenen Ventiltypen (Druckbegrenzungsventil, Druckregelventil, Gangstellerventil, Kupplungsventil) auf einem Funktionsprüfstand geprüft werden können. Der Umrüstaufwand bei einem Typwechsel beläuft sich auf < 5 Minuten.
Die Funktionsprüfungen der Öl-Versorgungseinheit und der Mechatronik werden an einem speziellen Prüfstand durchgeführt. Der Prüfstand verfügt über zwei Arbeitsplätze. Durch dieselbe Messtechnik entsteht kein Rüstaufwand. Die Arbeitsplätze sind so angeordnet, dass die Prüfzeiten der Bauteile genutzt werden, um parallel hierzu die nächste Baugruppe aufzubauen. Zudem werden die Laufwege für den Werker entsprechend kurz gehalten.

Lieferantenbasis
Die Mechatronik für das Lamborghini Getriebe ist eine exklusive Entwicklung für diese Anwendung.
Es wurde zwar versucht, bestehende Komponenten zu verwenden, jedoch stellt diese Applikation sehr spezielle Anforderungen an die Einzelteile. Die Einzelteile werden alle von ausgewählten Lieferanten bezogen. Unsere Wertschöpfung an der Mechatronik ist der Montage- und Prüfprozess. In die Fertigungstiefe von Einzelbauteilen zu investieren ist sehr kostenintensiv und der Auslastungsgrad der Maschinen wäre sehr schlecht. Deshalb wurde der Weg gewählt, mit bewährten Lieferanten im Rahmen dieses Projektes zusammen zu arbeiten.
Bei dem Sourcing der Teile ist es zum einen gelungen, Lieferanten zu nominieren, die in der Lage sind, die Produktion der Bauteile an bestehende Groß-Serienproduktion ähnlicher Bauteile anzuhängen. Die komplexen Bauteile mit hoher Anforderung an Sauberkeit und kleinsten Toleranzen werden somit mit dem Groß-Serien Knowhow hergestellt und in der geforderten Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen geliefert.
Bei anderen Bauteilen wurden die Lieferanten bevorzugt, die in Ihrem Maschinenpark entsprechende „Mehrachsmaschinen“ mit freier Maschinenkapazität zur Verfügung haben (z.B. Gehäusebearbeitung). In enger Zusammenarbeit mit dem Lieferanten wurden die Bauteile so gestaltet, dass die Teile kostenoptimal hergestellt werden können.

Fazit
In der Montage der Mechatronik für das Lamborghini Getriebe sind die Montage- und Prüfeinrichtungen für die bestmögliche Auslastung hochflexibel konzipiert und kostenoptimal umgesetzt.
Durch gezielten Werkereinsatz wird die verfügbare Kapazität dem Kundenbedarf angepasst. Die Fixkosten, verursacht z.B. durch Investitionen, sind durch die optimale Auslastung der benötigten Betriebsmittel auf ein Minimum reduziert. Der Zeitverlust durch den Rüstaufwand bei mehrfach genutzten Prüfeinrichtungen ist vernachlässigbar klein. Die Qualität wird durch Prozessüberwachung in der Montage und Werker unabhängige Funktionsprüfung abgesichert. Kontinuierliche Begehungen vor Ort und Analyse der Prozesse sind die Grundlage zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse und Steigerung der Produktivität.

Ihre Ansprechpartner zu dem Thema:
 

 
Tatiana MOOS
Marketing
Tel. 08456 9166 106
tatiana.moos@hofer.de
Edgar KRIST
Technik
Tel.: +49 7022 2442 2755
edgar.krist@hofer.de

 



Zurück

STARTSEITE  |  UNTERNEHMEN  |  NEWS  |  ARCHIV  |  KARRIERE  |  SITEMAP  |  KONTAKT  |  IMPRESSUM  |  DATENSCHUTZ
© hofer 2017
kkCMS |  TOOLS